PSYCHOTHERAPIE

Gerade wenn man noch nie Erfahrung mit Psychotherapie gemacht hat, kann es schwer einzuschätzen sein, wann es sinnvoll ist, einen Psychotherapeuten/eine Psychotherapeutin aufzusuchen. Möglicherweise stellen Sie sich die Frage, ob das Problem "gravierend" genug ist für eine Psychotherapie. Vielleicht reden aber Freunde und Verwandte auch bereits seit längerem hartnäckig auf Sie ein, endlich eine Psychotherapie zu beginnen, Sie selbst haben aber trotz wiederkehrender Tiefphasen das Gefühl, es auch alleine zu schaffen. Aber bereits diese beiden Faktoren können wichtige Hinweise darauf sein, dass es sinnvoll sein könnte, ein Erstgespräch mit einem Psychotherapeuten/einer Psychotherapeutin zu vereinbaren. 

Gründe eine Psychotherapie zu beginnen können unter anderem sein:

  • akute Krisen (z. B. ausgelöst durch schwere Krankheit, Tod einer nahen Person oder eines geliebten Haustieres, Arbeitslosigkeit, Trennung, Unfall, Geburt eines Kindes oder sonstige einschneidende Lebensereignisse)

  • anhaltende Schmerzen, Schlafstörungen, Schwindel, Druckgefühl oder andere körperlichen Beschwerden für die medizinisch keine körperliche Ursache festgestellt werden kann

  • Ängste oder Panikattacken

  • das Gefühl, dass alles zu viel ist

  • das Gefühl von Antriebslosigkeit und Lustlosigkeit

  • plagende Gedanken, über die man jedoch nicht wagt, mit jemandem zu sprechen (Scham-, Schuldgefühle, Hassgefühle etc.)

  • der Wunsch, sich selbst besser kennenzulernen

  • wiederkehrende Probleme und Muster

  • anhaltende innere Unruhe, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche etc.

  • das Gefühl seit längerer Zeit nur mehr mit Aufputsch-, Schlaf-, oder Beruhigungsmitteln zu funktionieren

  • das Gefühl in einer Situation festzustecken

  • zwanghaftes Verhalten (z. B. Waschen, Wiederholungszwänge, zwanghaftes Grübeln etc.)

  • eine belastende Beziehung

  • ...

Personzentrierte Psychotherapie

In Österreich sind viele unterschiedliche Therapierichtungen zugelassen. Dadurch erscheint es neben der Wahl des richtigen Zeitpunktes auch schwierig, sich für eine Richtung  zu entscheiden. Ich selbst bin der Meinung, dass die Passung zwischen Klient(in) und Therapeut(in) wesentlicher ist, als die Therapierichtung. Doch ebenso überzeugt bin ich von der Personzentrierten Psychotherapie, da sie meiner Haltung Menschen gegenüber zutiefst entspricht.

 

Der Personzentrierte Ansatz wurde von dem Psychologen und Psychotherapeuten Carl Rogers (1902-1987) entwickelt.  Das Menschenbild der Personzentrierten Psychotherapie geht von einer jedem Menschen innewohnenden Selbstverwirklichungs- und Vervollkommnungstendenz aus, die unter sicheren Umgebungsbedingungen - wie sie in einer Psychotherapie gegeben sein sollten - zu einer Weiterentwicklung und Reifung der Persönlichkeit führt. Sie selbst bleiben dabei aber immer Experte bzw. Expertin für sich und Ihr Leben. Auf der therapeutischen Seite sind Empathievermögen, bedingungslose Wertschätzung und Authentizität die wichtigsten Faktoren, um dem Klienten/der Klientin dieses persönliche Wachstum und einen positiven Umgang mit Krisen zu ermöglichen. 

 
 

Verschwiegenheitspflicht

Psychotherapeuten und Psychotherpeutinnen unterliegen lauf §15 des österreichischen Psychotherapiegesetzes einer absoluten Verschwiegenheitspflicht. Diese bleibt auch nach dem Ende einer Psychotherapie aufrecht.

 

Dauer und Kosten

Eine Einheit dauert 50 min und kostet 80€. Die Einheiten finden idealerweise wöchentlich statt, je nach Bedarf kann aber auch ein anderer Rhythmus vereinbart werden. Das Erstgespräch soll dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Klären von organisatorischen Dingen dienen und verpflichtet nicht zum Beginn einer Therapie. Die Kosten dafür belaufen sich auf 40€, Dauer ebenfalls 50 min.

Ein Kostenzuschuss durch die österreichischen Sozialversicherungsträger ist möglich (je nach Krankenkasse 28,00-40,00€ pro Einheit) sofern eine "krankheitswertige Störung" vorliegt. Um diesen zu beantragen, muss spätestens vor der zweiten Sitzung - also nach dem Erstgespräch - eine "Bestätigung der ärztlichen Untersuchung bei Inanspruchnahme einer psychotherapeutischen Behandlung"   (vom Allgemeinmediziner oder Facharzt) eingeholt werden. Dies gilt für Kinder und Jugendliche ebenso wie für Erwachsene. Nähere Informationen dazu finden sich z.B. unter https://www.gesundheitskasse.at.

Sollten Sie eine private Krankenversicherung haben, bei der eine gewisse Jahreshöchstsumme an Psychotherapie mitversichert ist, ist es auch möglich, dass Sie den restlichen Betrag dort einreichen.